Zum Hauptinhalt springen
AirSpects Logo AirSpects
RGB & Wärmebild · ganzjährig 8 Min. Lesezeit

Fassadenprüfung · Einsatzzeitraum: Ganzjährig (RGB) · Okt–Mär (IR)

Fassadeninspektion

Zerstörungsfreie Bauwerksprüfung an Putz-, Klinker-, Naturstein- und Betonfassaden per hochauflösender RGB- und Infrarot-Drohnensensorik – ohne Gerüst, ohne Hubsteiger und im laufenden Gebäudebetrieb.

Fachredaktion: AirSpects Dresden · Aktualisiert: 2026-10-01 · Gebäudeinspektion & Thermografie →

Das Wichtigste in Kürze

Für Hausverwaltungen, Bauleiter & Sachverständige
  • Rissdetektion ab 0,2 mm Rissbreite aus sicherer Distanz (3–8 m) ohne Gerüststellung oder Straßensperrung.
  • Kombination aus hochauflösendem RGB-Sichtbild (48 MP Zoom) und radiometrischer Infrarot-Thermografie deckt sowohl offene Oberflächenrisse als auch verdeckte Putzhohllagen und Feuchtenester auf.
  • Bis zu 80 % Zeitersparnis gegenüber Fassadengerüst oder LKW-Hubarbeitsbühne – die Vor-Ort-Befliegung eines Mehrfamilienhauses dauert meist nur 45 bis 90 Minuten.
  • Lückenlose, georeferenzierte Dokumentation (< 2 cm RTK-Toleranz) ermöglicht reproduzierbare Langzeitvergleiche für die Verkehrssicherungspflicht.
Nahaufnahme der Kamera und des Gimbals einer Inspektionsdrohne
Kamera und Gimbal einer Inspektionsdrohne. Die Aufnahme zeigt die Technik, keine konkrete Fassadenprüfung.

1. Verkehrssicherung & Bauwerkserhalt

Warum regelmäßige Fassadeninspektionen unverzichtbar sind

Die Fassade bildet den primären Witterungsschutz jedes Bauwerks. Sie ist ganzjährig UV-Strahlung, Schlagregen, Winddruck sowie bis zu 60 Frost-Tau-Wechseln pro Winterhalbjahr ausgesetzt. Bereits feine Haarrisse im Außenputz oder gealterte Fugenflanken an Naturstein- und Klinkerfassaden reichen aus, damit kapillar eindringendes Niederschlagswasser hinter die Deckschicht gelangt. Gefriert dieses eingeschlossene Wasser im Winter, vergrößert sich sein Volumen um rund neun Prozent – die entstehende Sprengwirkung löst ganze Putzschollen, Klinkerriemchen oder Betondeckungen vom Untergrund.

Für Immobilieneigentümer, WEG-Verwaltungen, Kommunen und industrielle Betreiber in Sachsen ergibt sich daraus eine doppelte Verantwortung: Zum einen sinkt durch durchfeuchtete Dämmstoffe (etwa bei Wärmedämmverbundsystemen, WDVS) der Wärmedurchlasswiderstand drastisch, was den Energieverlust erhöht und Schimmelbildung an den Innenseiten von Außenwänden begünstigt. Zum anderen gilt die Verkehrssicherungspflicht: Werden Gesimse, Balkonbrüstungen, Dachgauben oder hohe Giebelwände nicht regelmäßig auf lose Bauteile kontrolliert, haften Eigentümer im Schadensfall unmittelbar.

In der Vergangenheit scheiterte eine engmaschige Sichtprüfung oft am hohen organisatorischen und technischen Rüstaufwand. Allein das Aufstellen eines Fassadengerüsts oder die Bereitstellung einer schweren LKW-Hubarbeitsbühne inklusive verkehrsrechtlicher Anordnung erfordert bei mehrgeschossigen Gebäuden erheblichen Vorlauf – noch bevor ein einziger Quadratmeter Fassade begutachtet wurde. Genau diese Lücke schließt die drohnengestützte Fassadeninspektion.

2. Schadensbilder im Gebäudebestand

Typische Schadensmechanismen an Putz-, Klinker- und Betonfassaden

Jede Fassadenkonstruktion weist charakteristische Alterungs- und Schadensmuster auf, die sich aus der Luft mit hochauflösenden Tele- und Infrarotsensoren systematisch klassifizieren lassen:

Putzfassaden & Wärmedämmverbundsysteme (WDVS)

Netzartige Schwindrisse im Oberputz, Abzeichnungen der Dämmplattenstöße (Tellerdübel-Abzeichnungen), Spechtlöcher, Hagelschlag-Perforationen sowie mikrobieller Algen- und Pilzbewuchs infolge nächtlicher Taupunktunterschreitung. Besonders kritisch sind offene Anschlussfugen an Fensterbänken und Attikaabdeckungen, über die Regenwasser hinter die Polystyrol- oder Mineralwolleplatten läuft.

Sichtbeton- & Stahlbetonfassaden

Durch fortschreitende Karbonatisierung des Betons sinkt der pH-Wert an der Bewehrung unter die Passivierungsgrenze. Die Stahlbewehrung korrodiert, dehnt sich auf das bis zu Zweieinhalbfache ihres Ausgangsvolumens aus und sprengt die Betondeckung ab. Im hochauflösenden Drohnenbild sind Rostfahnen, Kiesnester, klaffende Arbeitsfugen und beginnende Schalenabplatzungen frühzeitig lokalisierbar.

Klinker-, Verblender- & historische Sandsteinfassaden

Gerade im Dresdner und sächsischen Altbaubestand treten ausgewaschene Mörtelfugen, Salzausblühungen, absandende Natursteinoberflächen sowie diagonale Setzungsrisse im Bereich von Fensterstürzen und Pfeilern auf. Lose Ziergesimse oder verschobene Schiefer- und Blechverwahrungen an Dachgauben lassen sich per Drohne aus wenigen Metern Distanz gefahrlos inspizieren.

Prüfmatrix Fassadeninspektion (RGB-Zoom & Infrarot) GSD 0,5–1,2 mm/px
Schadensbild / Befund Primärer Messkanal Messgröße / Nachweisgrenze Bedeutung für Instandhaltung
Setzungs- & Putzrisse 48 MP RGB-Teleoptik Rissbreite ≥ 0,2 mm Schlagregeneintritt, Folgeschäden durch Frostsprengung
Putzhohllagen / Delamination LWIR-Thermografie (8–14 µm) ΔT ca. 1,5 – 4,0 K Ablösegefahr über Gehwegen (Verkehrssicherungspflicht)
Durchfeuchtetes WDVS LWIR-Thermografie + RGB Wärmespeicher-Anomalie Dämmverlust, Algenbewuchs, Schimmelrisiko innen
Betonabplatzung & Korrosion RGB-Nahaufnahme (3–5 m) Rostfahnen / Kiesnester Akute Absturzgefahr loser Betonschalen, Betonsanierung nötig
Offene Attika- & Fensterfugen Dual-Sensorik (RGB + IR) Fugenabriss / Konvektion Hinterlaufen der Fassadendämmung bei Starkregen

3. Sensorik & Messphysik

Messmethodik: Optische RGB-Rissprüfung vs. aktive/passive Thermografie

Eine belastbare Fassadendiagnose kombiniert zwei komplementäre Spektralbereiche in einem einzigen Flugdurchgang:

1. Hochauflösende RGB-Sichtprüfung im Submillimeterbereich: Durch den Einsatz stabilisierter Zoom-Objektive halten unsere Drohnen einen sicheren horizontalen Abstand von 3 bis 8 Metern zur Fassade ein und erreichen dennoch eine Bodenauflösung (Ground Sampling Distance, GSD) von 0,5 bis 1,2 mm pro Pixel. Damit werden selbst Haarrisse ab 0,2 mm Rissbreite, abgerissene Silikonfugen, lose Schieferplatten an Dachgauben oder verschmutzte Speier scharf abgebildet. Da alle Aufnahmen mit RTK-GNSS-Koordinaten und exakter Höhenangabe (Z-Koordinate) gespeichert werden, lässt sich jeder Befund später zentimetergenau einem Fassadenraster oder Fensterachsenplan zuordnen.

2. Radiometrische Infrarot-Thermografie für verdeckte Mängel: Viele gravierende Fassadenschäden liegen unter einer äußerlich noch intakten Farbschicht. Hat sich der Außenputz vom Mauerwerk abgelöst (Delamination bzw. Hohllage), wirkt das eingeschlossene Luftpolster als thermischer Isolator. Umgekehrt leiten durchfeuchtete Dämmbereiche Wärme deutlich schneller als trockenes Material und besitzen eine höhere Wärmespeicherkapazität. Im langwelligen Infrarotbild (640 × 512 Pixel) zeichnen sich solche Hohllagen, Feuchtenester, fehlende Dämmplatten-Randstreifen und ungedämmte Stahlbetonstürze als klare Temperaturanomalien ab – völlig zerstörungsfrei und ohne Kernbohrung.

4. Prozessablauf vor Ort

Technischer Ablauf einer vertikalen Rasterbefliegung

Damit kein Quadratmeter der Gebäudehülle übersehen wird und die Ergebnisse nach Jahren exakt reproduziert werden können, arbeiten wir nach einem standardisierten vierstufigen Prüfprotokoll:

  1. 1. Luftraumprüfung (DIPUL) & Geometrie-Erfassung: Vorab prüfen wir Flugverbotszonen, Straßenbahnoberleitungen, Baumbestand und Gehwegbreiten. Für den Termin wird lediglich ein kurzzeitiger Sicherheitskorridor am Boden eingerichtet.
  2. 2. Vertikaler Spalten- & Mäanderflug: Die Drohne befliegt jede Fassadenseite spaltenweise von der Sockelzone bis zum Dachfirst mit rund 75 bis 80 % vertikaler und horizontaler Bildüberlappung. Schwer einsehbare Rücksprünge, Innenhöfe, Gesimse und Dachgauben werden gezielt im Schrägwinkel nacherfasst.
  3. 3. Fassaden-Orthofoto & Schadenskartierung: Aus den Einzelbildern berechnen wir auf Wunsch ein verzerrungsfreies Fassaden-Orthomosaik (Ansichtsplan). Jede Auffälligkeit – Riss, Abplatzung, Feuchtezone oder offene Fuge – erhält eine eindeutige Prüfnummer und Prioritätseinstufung (Handlungsbedarf kurz-, mittel- oder langfristig).
  4. 4. Übergabe als Prüfbericht & Handwerker-Grundlage: Innerhalb weniger Werktage erhalten Sie einen strukturierten PDF-Prüfbericht sowie hochauflösende Detailaufnahmen, mit denen Fassadenbauer, Dachdecker oder Betonsanierer zielgerichtet Angebote kalkulieren können.

5. Verfahrensvergleich

Verfahrensvergleich: Drohne vs. Gerüst vs. Hubsteiger

Ein Gerüst oder ein Industriekletterer wird erst dann benötigt, wenn tatsächlich mit Hammer, Meißel oder Putzkelle an der Wand gearbeitet wird. Für die reine Zustandserfassung, Mängelaufnahme vor Gewährleistungsablauf oder die Eingrenzung eines lokal begrenzten Schadens ist die Drohnenbefliegung konventionellen Zugangsverfahren technisch und organisatorisch deutlich überlegen:

Kriterium AirSpects Drohne Hubsteiger / Bühne Fassadengerüst
Zeitaufwand vor Ort 45 – 90 Minuten 0,5 – 2 Tage Mehrere Tage Auf-/Abbau
Straßensperrung / VAO Nicht nötig (Kurz-Absicherung) Häufig Halteverbot / Sperrung Sondernutzung Gehweg nötig
Innenhöfe & Gauben Problemlos erreichbar Oft keine Durchfahrtshöhe Sehr hoher Sonderaufwand
Thermografie inklusive Simultan im selben Flug Zusatzgerät erforderlich Gerüst verschattet Fassade

Ein oft übersehener technischer Punkt: Sobald ein Standgerüst vor der Fassade steht, verschattet und verwirbelt es die Wandfläche so stark, dass eine aussagekräftige Infrarot-Thermografie nicht mehr möglich ist. Die Drohneninspektion liefert das unverfälschte thermische und optische Bild, sodass ein Gerüst oder ein Hubsteiger anschließend nur noch exakt dort beauftragt werden muss, wo tatsächlich ein Sanierungsbedarf nachgewiesen wurde.

6. Fachfragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fassadeninspektion per Drohne

Warum sind regelmäßige Fassadeninspektionen rechtlich und technisch wichtig? +

Risse und offene Fugen in der Fassade gefährden nicht nur den Feuchteschutz und die Wärmedämmung, sondern führen durch Frostsprengung im Winter rasch zu losen Putz- oder Betonteilen. Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht haften Gebäudeeigentümer und Hausverwaltungen für herabfallende Bauteile. Eine dokumentierte Drohneninspektion liefert den belastbaren Prüfstatus ohne aufwendige Einrüstung.

Welche Schadensbilder lassen sich an der Fassade per Drohne zuverlässig erkennen? +

Im hochauflösenden RGB-Sichtbild identifizieren wir Struktur- und Setzungsrisse ab ca. 0,2 mm Breite, Betonabplatzungen, freiliegende korrodierte Bewehrungseisen, ausgewitterte Mörtelfugen an Klinker- und Sandsteinfassaden, biologischen Bewuchs (Algen, Moos) sowie defekte Blechverwahrungen an Gesimsen und Attiken. Im Infrarotbild werden zusätzlich verdeckte Durchfeuchtungen, Delaminationen (Hohllagen) und Wärmebrücken sichtbar.

Sind Drohnenflüge vor Fassaden in dicht bebauten Innenstädten wie Dresden erlaubt? +

Ja. Mit zertifizierten Drohnensystemen der EU-Klassen C1/C2, Fernpiloten-Zeugnis A2 sowie unseren bestehenden Allgemeinerlaubnissen und Luftraumfreigaben führen wir Fassadenbefliegungen auch im innerstädtischen Bestand von Dresden, Leipzig und Chemnitz rechtskonform durch. Temporäre Absperrungen des Gehwegs werden auf das unmittelbare Überflugfenster minimiert.