Grundlagen der luftgestützten Bauwerks- & Anlagendiagnostik
Messphysik und optimale Zeitfenster für belastbare Drohnendaten
Eine professionelle Drohneninspektion ist weit mehr als ein Überflug mit einer Kamera. Ob eine Untersuchung an einer historischen Sandsteinfassade in Dresden, einem Flachdach-Logistikzentrum in Leipzig oder einem Megawatt-Solarpark in der Lausitz verwertbare Ergebnisse für Sachverständige, Versicherer und Planungsbüros liefert, entscheidet sich an der Einhaltung klarer physikalischer Randbedingungen.
Radiometrische Gebäudethermografie im Winterhalbjahr (Oktober bis März): Wärmebildkameras erfassen Infrarotstrahlung im langwelligen Spektrum (LWIR, 8–14 µm). Damit sich Wärmebrücken, durchfeuchtete Dämmstoffe oder Luftleckagen an Fensterbändern zweifelsfrei abheben, braucht es eine Temperaturdifferenz von mindestens 15 °C (15 Kelvin) zwischen beheiztem Innenraum und Außenluft.
Solar-Diagnostik im Sommerhalbjahr (März bis September): Bei Photovoltaikanlagen ist eine stabile Bestrahlungsstärke von mindestens 600 W/m² erforderlich, um Zellbrüche, PID oder Bypass-Dioden-Defekte im laufenden Betrieb sichtbar zu machen.
Ganzjährige Bauwerksprüfung & Photogrammetrie: Optische RGB-Fassadeninspektionen, RTK-georeferenzierte Turnusbefliegungen von Industriebaustellen sowie multispektrale Vegetationsanalysen mit der DJI Mavic 3M sind ganzjährig bei niederschlagsfreier Witterung durchführbar.