Was auf der Baustelle dokumentiert werden muss
Kritisch sind immer die Zustände, die nach dem nächsten Arbeitsschritt nicht mehr sichtbar sind: der verdichtete Untergrund vor der Verfüllung, die Bewehrung vor dem Betonieren, die Leitungsführung vor der Verkleidung. Wird an diesen Punkten nicht dokumentiert, ist der Nachweis später nur noch über Zeugen möglich.
Die Luftbilddokumentation ergänzt die Detailfotos der Bauleitung um die Gesamtsicht: Sie zeigt, wie weit welcher Bauabschnitt war, wo Material lagerte und wie das Umfeld zum Stichtag aussah. In Verbindung mit dem Datum entsteht daraus ein belastbarer Beleg.
Beweissicherung in der Nachbarschaft
Bei Bohr-, Ramm- und Verbauarbeiten sind Rissbildungen an Nachbargebäuden ein wiederkehrender Streitpunkt. Ohne dokumentierten Vorzustand ist die Zuordnung praktisch nicht möglich – und der Bauausführende in der Beweislast.
Eine Befliegung vor Baubeginn erfasst die angrenzenden Fassaden, Dächer und Verkehrsflächen in hoher Auflösung. Der Aufwand ist gering im Verhältnis zu einer strittigen Schadensforderung, und die Aufnahmen liegen bei Bedarf über Jahre nachvollziehbar vor.
Aufmaß und Massen aus derselben Befliegung
Aus den Bilddaten einer Fortschrittsbefliegung entstehen ohne zusätzlichen Flug ein Orthofoto und ein Höhenmodell. Damit lassen sich Flächen, Lagerbestände und Erdmassen zwischen zwei Terminen rechnerisch bestimmen.
Für die Abrechnung im Erdbau ist das oft der direkteste wirtschaftliche Nutzen: Aushub- und Auftragsmengen sind nachvollziehbar belegt, statt aus Fahrtenbüchern hochgerechnet zu werden.