Warum Fassadenschäden früh erkannt werden sollten
Der Schadensverlauf an Fassaden ist fast immer derselbe: Ein feiner Riss nimmt Wasser auf, Frost weitet ihn, der Putz löst sich hinterlaufen vom Untergrund, schließlich platzt eine Fläche ab. Zwischen dem ersten Haarriss und der Abplatzung liegen oft mehrere Jahre – und ein Kostenunterschied um den Faktor zehn.
Bei Wärmedämmverbundsystemen kommt hinzu, dass Feuchtigkeit hinter der Dämmebene lange unsichtbar bleibt. Von außen wirkt die Fassade intakt, während sich die Verklebung großflächig löst. Genau solche Hohlstellen sind thermografisch früh erkennbar, weil sie ein anderes Aufheiz- und Abkühlverhalten zeigen als flächig haftende Bereiche.
Fassadenabwicklung als Arbeitsgrundlage
Aus den Einzelaufnahmen je Gebäudeseite setzen wir eine entzerrte Fassadenansicht zusammen. Auf dieser Abwicklung werden alle Befunde nummeriert eingetragen, sodass Lage und Umfang auf einen Blick erfassbar sind – ohne sich durch hunderte Einzelbilder klicken zu müssen.
Diese Darstellung ist die Grundlage für Leistungsverzeichnisse: Rissmeter, Ausbesserungsflächen und Anzahl der Sanierungsstellen lassen sich daraus ableiten und im Angebotsvergleich prüfen.
Denkmalschutz und Beweissicherung
An denkmalgeschützten Objekten ist jede mechanische Berührung heikel. Die Befliegung erfasst Stuck, Gesimse, Figuren und Ornamente in hoher Auflösung, ohne dass etwas angelehnt, verankert oder betreten wird. Für Restauratoren entsteht daraus ein Bestandsbild, das auch feine Verwitterungsspuren dokumentiert.
Vor Bauvorhaben in der Nachbarschaft dient dieselbe Aufnahme der Beweissicherung: Der datierte Vorzustand der angrenzenden Fassaden entscheidet später darüber, ob ein Riss dem Bauvorhaben zugeordnet werden kann oder bereits vorhanden war.