Fassadeninspektion mit Drohne

Fassadenschäden beginnen klein. Ein Haarriss, eine Hohlstelle im Putz oder eine undichte Fuge bleibt vom Boden aus meist unentdeckt, bis Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringt.

Wir fliegen die Fassade in definierten Bahnen ab und erzeugen so eine vollständige, seitenweise sortierte Dokumentation – auch an Objekten, an denen ein Gerüst unverhältnismäßig teuer wäre.

Nahaufnahme eines Fassadenschadens, aufgenommen bei einer Drohneninspektion

Typische Anlässe

  • Zustandsbewertung vor Fassadensanierung oder Anstrich
  • Wiederkehrende Prüfung von WDVS-Fassaden
  • Dokumentation an Denkmalobjekten ohne Anfassen der Substanz
  • Beweissicherung vor Baubeginn in der Nachbarschaft
  • Prüfung von Balkonen, Loggien und Attiken

Warum Fassadenschäden früh erkannt werden sollten

Der Schadensverlauf an Fassaden ist fast immer derselbe: Ein feiner Riss nimmt Wasser auf, Frost weitet ihn, der Putz löst sich hinterlaufen vom Untergrund, schließlich platzt eine Fläche ab. Zwischen dem ersten Haarriss und der Abplatzung liegen oft mehrere Jahre – und ein Kostenunterschied um den Faktor zehn.

Bei Wärmedämmverbundsystemen kommt hinzu, dass Feuchtigkeit hinter der Dämmebene lange unsichtbar bleibt. Von außen wirkt die Fassade intakt, während sich die Verklebung großflächig löst. Genau solche Hohlstellen sind thermografisch früh erkennbar, weil sie ein anderes Aufheiz- und Abkühlverhalten zeigen als flächig haftende Bereiche.

Fassadenabwicklung als Arbeitsgrundlage

Aus den Einzelaufnahmen je Gebäudeseite setzen wir eine entzerrte Fassadenansicht zusammen. Auf dieser Abwicklung werden alle Befunde nummeriert eingetragen, sodass Lage und Umfang auf einen Blick erfassbar sind – ohne sich durch hunderte Einzelbilder klicken zu müssen.

Diese Darstellung ist die Grundlage für Leistungsverzeichnisse: Rissmeter, Ausbesserungsflächen und Anzahl der Sanierungsstellen lassen sich daraus ableiten und im Angebotsvergleich prüfen.

Denkmalschutz und Beweissicherung

An denkmalgeschützten Objekten ist jede mechanische Berührung heikel. Die Befliegung erfasst Stuck, Gesimse, Figuren und Ornamente in hoher Auflösung, ohne dass etwas angelehnt, verankert oder betreten wird. Für Restauratoren entsteht daraus ein Bestandsbild, das auch feine Verwitterungsspuren dokumentiert.

Vor Bauvorhaben in der Nachbarschaft dient dieselbe Aufnahme der Beweissicherung: Der datierte Vorzustand der angrenzenden Fassaden entscheidet später darüber, ob ein Riss dem Bauvorhaben zugeordnet werden kann oder bereits vorhanden war.

Technik und Verfahren

Bahnenflug mit konstantem Abstand
Gleichbleibende Auflösung über die gesamte Fassadenfläche.
Entzerrte Fassadenabwicklung
Zusammengesetzte Ansicht je Gebäudeseite als Kartierungsgrundlage.
Thermografische Ergänzung
Hohlstellen, Durchfeuchtung und Wärmebrücken im Wärmebild.
Nummerierte Befundlogik
Jeder Befund mit Position, Bild und Kurzbewertung.

Was erkannt wird

Risse
Setzungs-, Schwind- und Putzrisse mit Lage und Verlauf.
Hohlstellen
Thermografisch erkennbare Ablösungen im Putz- oder Dämmsystem.
Feuchte
Durchfeuchtung an Sockel, Fensterlaibung und Anschlussfugen.
Bewuchs
Algen, Moos und Verschmutzung als Hinweis auf dauerhafte Feuchtebelastung.

Ablauf

  1. 01

    Vorbereitung

    Fassadenflächen, Abstände und Luftraum prüfen.

  2. 02

    Bahnenflug

    Konstanter Abstand und Überlappung je Fassadenseite für vergleichbare Auflösung.

  3. 03

    Kartierung

    Befunde werden auf der Fassadenabwicklung verortet.

  4. 04

    Bericht

    Schadenskartierung als PDF mit Einzelbildern je Position.

Ergebnis

  • Fassadenabwicklung je Gebäudeseite
  • Schadenskartierung mit nummerierten Befunden
  • Detailbilder in voller Auflösung
  • Optional thermografische Ergänzung für Hohlstellen und Feuchte

Randbedingungen

  • Ausreichender Sicherheitsabstand zur Fassade und zu Verkehrsflächen
  • Thermografie bevorzugt ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • Bei Innenstadtlagen Abstimmung mit Anliegern

Vorteile gegenüber konventionellen Verfahren

Gerüstfrei

Zustandsbewertung, bevor über eine kostenintensive Einrüstung entschieden wird.

Vollständig statt punktuell

Auch Attika, Innenhof und schwer einsehbare Seiten werden erfasst.

Berührungslos

Kein Eingriff in empfindliche Oberflächen und historische Substanz.

Was den Aufwand bestimmt

Wir kalkulieren objektbezogen. Diese Punkte beeinflussen den Umfang und damit den Preis:

  • Anzahl und Größe der Fassadenflächen
  • Gebäudehöhe und Umgebung, insbesondere enge Innenstadtlagen
  • Kartierungstiefe: Bildbericht oder maßstäbliche Schadenskartierung
  • Thermografie als Zusatzleistung mit eigenem Zeitfenster
  • Abstimmungsaufwand mit Anliegern und Verkehrsflächen

Einsatzgebiet

In der Dresdner Innenstadt, der Neustadt, in Radebeul und in der Meißner Altstadt haben wir es überwiegend mit Bestands- und Denkmalobjekten in enger Bebauung zu tun. Für solche Lagen planen wir Flugkorridore und Sicherheitsabstände objektbezogen und stimmen den Termin mit Anliegern ab.

Häufige Fragen

Wie nah kommt die Drohne an die Fassade?

Nah genug für Detailauflösung im Millimeterbereich und weit genug für einen sicheren Flug. Der Abstand wird je nach Objekt, Wind und Umgebung festgelegt.

Funktioniert das auch an Denkmalobjekten?

Gerade dort. Die Aufnahme ist berührungslos, es wird nichts angebohrt, angelehnt oder verankert.

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