Gebäudeinspektion mit Drohne

Eine Gebäudeinspektion aus der Luft liefert innerhalb eines Termins ein vollständiges, vergleichbares Bild des Objekts – inklusive der Bereiche, die vom Boden aus nicht einsehbar sind.

Wir kombinieren hochauflösende Detailaufnahmen mit thermografischen Übersichten. Das Ergebnis ist eine belastbare Grundlage für Instandhaltungsplanung, Angebotsvergleich und Nachweisführung.

Luftaufnahme einer Gebäudefassade während einer Drohneninspektion

Typische Anlässe

  • Zustandsaufnahme vor Kauf, Verkauf oder Übernahme in die Verwaltung
  • Vorbereitung von Sanierungs- und Instandhaltungsentscheidungen
  • Schadendokumentation nach Sturm, Hagel oder Wasserschaden
  • Nachweis der Instandhaltungspflicht gegenüber Eigentümern und Mietern
  • Grundlage für belastbare Handwerkerangebote ohne Vor-Ort-Begehung

Was eine vollständige Zustandsaufnahme ausmacht

Eine belastbare Gebäudeinspektion endet nicht bei der Frage, ob ein Schaden vorhanden ist. Sie beantwortet auch, wo genau er liegt, wie groß er ist, welche Bauteile angrenzen und wie dringend gehandelt werden muss. Dafür ist eine systematische Aufnahme nötig: jede Gebäudeseite in gleicher Auflösung, jede Dachfläche vollständig, jedes Anbauteil einzeln.

Wir arbeiten deshalb mit festen Aufnahmepositionen statt mit freiem Umfliegen. Das kostet vor Ort etwas mehr Zeit, macht die Dokumentation aber wiederholbar – bei einer erneuten Befliegung in zwei Jahren entstehen Bilder aus derselben Perspektive, und Veränderungen werden unmittelbar sichtbar.

Sichtprüfung und Thermografie ergänzen sich

Die hochauflösende Sichtprüfung zeigt, was an der Oberfläche passiert: Risse, Abplatzungen, verschobene Ziegel, korrodierte Bleche. Die Thermografie zeigt, was dahinter liegt: fehlende Dämmung, durchfeuchtete Bereiche, Wärmebrücken an Anschlüssen.

Erst die Kombination erklärt Ursachen. Ein Feuchtefleck im Innenraum kann von einem defekten Anschluss am Dach, einer undichten Fuge in der Fassade oder einer Wärmebrücke mit Tauwasserausfall stammen. Wer nur eines der beiden Verfahren einsetzt, sieht in der Regel das Symptom, nicht die Quelle.

Nutzung der Ergebnisse in der Verwaltungspraxis

Die Dokumentation ist so aufgebaut, dass sie ohne Nachbearbeitung weitergegeben werden kann: an Handwerksbetriebe für die Angebotserstellung, an Eigentümer als Beschlussgrundlage, an Versicherer als Schadenbeleg oder an Planer als Bestandsaufnahme.

Weil jeder Befund nummeriert und verortet ist, lassen sich mehrere Angebote auf denselben Leistungsumfang beziehen. Das ist in der Praxis oft der größte wirtschaftliche Effekt der Inspektion – nicht die Aufnahme selbst, sondern die Vergleichbarkeit der darauf folgenden Angebote.

Die Inspektion als Nachweis der Verkehrssicherungspflicht

Wer ein Gebäude besitzt, muss dafür sorgen, dass von ihm keine Gefahr für Dritte ausgeht. Diese Verkehrssicherungspflicht leitet sich aus § 823 BGB ab und ist an kein festes Prüfintervall gebunden — der Gesetzgeber schreibt weder einen Rhythmus noch ein Verfahren vor. Maßgeblich ist das Gefahrenpotenzial: Je höher es ist, desto häufiger und gründlicher muss kontrolliert werden. Für eine verwitterte Attika über einem öffentlichen Gehweg gilt damit ein anderer Maßstab als für eine Hoffassade ohne Publikumsverkehr.

Praktisch relevant wird das im Schadensfall. Löst sich ein Ziegel oder ein Fassadenteil und trifft ein Fahrzeug oder eine Person, muss die verantwortliche Seite darlegen können, dass sie ihrer Kontrollpflicht nachgekommen ist. Eine mündlich erinnerte Sichtprüfung vom Hof aus lässt sich zwei Jahre später nicht mehr belegen. Eine datierte, vollständige Bilddokumentation mit definierten Aufnahmepositionen dagegen schon — sie zeigt nicht nur, dass geprüft wurde, sondern auch, was zum Prüfzeitpunkt sichtbar war und was nicht.

Für Hausverwaltungen kommt hinzu, dass die Verkehrssicherungspflicht zwar beim Eigentümer verbleibt, die Durchführung der Kontrollen aber im Rahmen des Verwaltervertrags übertragen werden kann. Wo diese Aufgabe delegiert ist, ist eine nachvollziehbare Dokumentation zugleich der Nachweis der eigenen ordnungsgemäßen Erfüllung. Wir übergeben die Aufnahmen deshalb datiert, vollständig nach Gebäudeseite sortiert und mit benannten Befunden — in einer Form, die sich unverändert zur Objektakte nehmen lässt.

Woran sich die thermografische Aufnahme orientiert

Für die Thermografie an der Gebäudehülle gibt es einen normativen Rahmen. Maßgeblich ist heute DIN EN ISO 6781-1 in der Ausgabe von November 2023, die die frühere DIN EN 13187 abgelöst hat. Sie beschreibt das Infrarotverfahren zum Auffinden von Wärme-, Luftströmungs- und Feuchteauffälligkeiten in Gebäuden und macht Vorgaben zu Ausrüstung, Randbedingungen, Qualifikation der ausführenden Person und zum Inhalt der Dokumentation.

Der praktisch wichtigste Punkt ist die Randbedingung. Die abgelöste DIN EN 13187 nannte eine Temperaturdifferenz von mindestens 10 Kelvin zwischen innen und außen als Untergrenze. Wir arbeiten mit mindestens etwa 15 Kelvin, weil geringere Differenzen zwar ein Bild ergeben, aber kaum belastbare Unterschiede zwischen benachbarten Bauteilen. Dazu kommen: keine direkte Sonneneinstrahlung auf die untersuchte Fläche in den Stunden vor der Messung, trockene Oberflächen und moderater Wind.

Diese Bedingungen sind der Grund, warum die Gebäudethermografie ein Thema des Winterhalbjahres ist. Zwischen Oktober und März sind sie in Sachsen regelmäßig gegeben, im Sommer praktisch nie. Eine Aufnahme im Juli zeigt vor allem, welche Flächen wie lange in der Sonne standen — über die Dämmqualität sagt sie nichts. Wir dokumentieren die Randbedingungen jeder Messung im Bericht, damit die Aufnahme nachvollziehbar bleibt und sich mit einer späteren Folgemessung vergleichen lässt.

Technik und Verfahren

Hochauflösende Kamera
Detailauflösung, die Rissbreiten und Materialübergänge auch aus Sicherheitsabstand erkennbar macht.
Wärmebildkamera
Radiometrische Aufnahmen für Dämm-, Feuchte- und Anschlussfragen.
Feste Aufnahmepositionen
Reproduzierbare Perspektiven für Vergleichsbefliegungen.
Strukturierte Ablage
Bilder sortiert nach Gebäudeseite, Bauteil und Befundnummer.

Was erkannt wird

Dachfläche
Verschobene oder gebrochene Ziegel, Moosbewuchs, schadhafte Anschlüsse und Verwahrungen.
Fassade
Risse, Putzabplatzungen, Durchfeuchtung, Algen- und Frostschäden.
Anbauteile
Schornsteine, Dachfenster, Gauben, Antennen, Blitzschutz, Regenrinnen.
Thermik
Wärmebrücken, fehlende oder verrutschte Dämmung, Undichtigkeiten.

Ablauf

  1. 01

    Objektaufnahme

    Adresse, Gebäudehöhe, Umgebung und Luftraum prüfen, Termin festlegen.

  2. 02

    Flug

    Systematische Umrundung mit definierten Aufnahmepositionen, reproduzierbar für spätere Vergleiche.

  3. 03

    Sichtung

    Auffälligkeiten werden markiert, benannt und nach Dringlichkeit sortiert.

  4. 04

    Übergabe

    Bericht und Bildarchiv digital, auf Wunsch mit Fassadenabwicklung.

Ergebnis

  • Bildbericht mit markierten Befunden je Gebäudeseite
  • Übersichtsaufnahmen und Detailausschnitte
  • Optional thermografische Ergänzung
  • Digitales Bildarchiv zur Weitergabe an Handwerker und Planer

Randbedingungen

  • Trockene Witterung, Wind unterhalb der Systemgrenze
  • Genehmigungslage im Luftraum wird vorab geprüft
  • Anwohnerinformation auf Wunsch vorbereitet

Vorteile gegenüber konventionellen Verfahren

Kein Gerüst

Die Kosten einer Einrüstung übersteigen den Inspektionsaufwand meist um ein Vielfaches.

Kein Wohnungszugang

Keine Terminabstimmung mit Mietern, keine Betretung, keine Ausfallzeiten.

Ein Termin, ein Gesamtbild

Dach, Fassade und Anbauteile werden in derselben Befliegung erfasst.

Was den Aufwand bestimmt

Wir kalkulieren objektbezogen. Diese Punkte beeinflussen den Umfang und damit den Preis:

  • Gebäudegröße, Höhe und Anzahl der Gebäudeseiten
  • Umfang: reine Sichtprüfung oder mit thermografischer Ergänzung
  • Lage und Luftraumsituation, etwa Innenstadt oder Nähe zu Flugbeschränkungen
  • Anzahl der Objekte je Termin – Portfolios werden deutlich günstiger je Einheit
  • Gewünschte Berichtstiefe von Bildarchiv bis kartierter Befundliste

Einsatzgebiet

Schwerpunkt sind Dresden, Meißen, Radebeul, Coswig, Freital, Pirna und Radeberg. Für Verwaltungen mit mehreren Objekten in einer Stadt planen wir Befliegungen als Tagestour, wodurch sich die Anfahrt auf mehrere Liegenschaften verteilt.

Häufige Missverständnisse

Annahme

Drohnenaufnahmen sind zu ungenau für eine Bewertung.

Tatsächlich

Aus wenigen Metern Abstand liegt die Bodenauflösung im Submillimeterbereich – näher, als ein Prüfer vom Gerüst aus schaut.

Annahme

Über bewohnten Gebäuden darf nicht geflogen werden.

Tatsächlich

Der Flug erfolgt im Rahmen der geltenden Betriebsregeln und der erforderlichen Genehmigungen; die Zulässigkeit klären wir vor jedem Termin objektbezogen.

Annahme

Eine Inspektion lohnt sich erst, wenn ein Schaden sichtbar ist.

Tatsächlich

Der dokumentierte Zustand ohne Befund ist ebenso wertvoll: Er belegt die erfüllte Kontrollpflicht und dient als Vergleichsbasis für jede spätere Aufnahme.

Häufige Fragen

Müssen Mieter informiert oder Wohnungen betreten werden?

Betreten wird nichts. Wir informieren die Bewohner in der Regel vorab schriftlich, damit der Überflug angekündigt ist. Kameras werden ausschließlich auf das beauftragte Objekt gerichtet.

Wie lange dauert eine Inspektion?

Ein Mehrfamilienhaus ist typischerweise in ein bis zwei Stunden vor Ort erfasst. Die Auswertung erfolgt anschließend im Büro.

Ist die Dokumentation gerichtsfest?

Die Aufnahmen sind zeit- und ortsbezogen dokumentiert und damit als Nachweis geeignet. Ein Sachverständigengutachten ersetzen sie nicht, sie sind aber eine belastbare Grundlage dafür.

In welchem Abstand sollte ein Gebäude geprüft werden?

Ein festes Intervall schreibt der Gesetzgeber nicht vor, maßgeblich ist das Gefahrenpotenzial des Objekts. Wir empfehlen eine vollständige Aufnahme alle zwei bis drei Jahre, ergänzt um anlassbezogene Prüfungen nach Sturm, Hagel oder erkennbaren Veränderungen. Werden dieselben Aufnahmepositionen erneut angeflogen, lassen sich beide Termine unmittelbar gegenüberstellen.

Was kostet eine Gebäudeinspektion mit Drohne?

Einen Pauschalpreis nennen wir nicht, weil der Aufwand stark vom Objekt abhängt: Größe, Höhe, Anzahl der Gebäudeseiten, Luftraumsituation und die gewünschte Berichtstiefe. Für ein konkretes Angebot genügen Objektadresse, ungefähre Größe und die Angabe, ob eine thermografische Ergänzung gewünscht ist. Bei mehreren Objekten an einem Termin verteilt sich die Anfahrt, wodurch der Preis je Einheit deutlich sinkt.

Worin unterscheidet sich die Gebäudeinspektion von einer reinen Gebäudethermografie?

Die Gebäudeinspektion ist die vollständige visuelle Zustandsaufnahme von Dach, Fassade und Anbauteilen. Die Thermografie ist ein Messverfahren, das sie ergänzt und Aussagen zu Dämmung, Feuchte und Anschlüssen ermöglicht. Beides lässt sich in einem Termin kombinieren, allerdings nur im Winterhalbjahr — die visuelle Aufnahme ist ganzjährig möglich, die thermografische nicht.

Gebäudeinspektion anfragen

Objektadresse, Größe und Wunschzeitraum genügen für ein konkretes Angebot.