Steildach, Flachdach, Hallendach – drei unterschiedliche Aufgaben
Beim Steildach liegt der Fokus auf der Deckung und den Anschlüssen: verschobene oder gebrochene Ziegel, schadhafte Kehlen, undichte Verwahrungen an Schornstein und Gaube. Die Aufnahme erfolgt schräg von oben, sodass auch die Unterkante der Deckung und die Traufe beurteilbar bleiben.
Beim Flachdach steht die Abdichtung im Vordergrund. Blasen, offene Nähte, mechanische Beschädigungen und vor allem stehendes Wasser sind aus der Luft eindeutig erkennbar, weil die gesamte Fläche in einem Bild liegt. Bei Hallendächern kommt die schiere Größe hinzu: Flächen, die zu Fuß nur mit erheblichem Sicherungsaufwand begehbar sind, werden im Rasterflug in kurzer Zeit vollständig erfasst.
Feuchtesuche im Dachaufbau
Durchfeuchtete Dämmung speichert Wärme länger als trockene. Nach Sonnenuntergang kühlen trockene Bereiche schneller ab, feuchte bleiben länger warm – im Wärmebild entsteht ein charakteristisches Muster, das die Ausdehnung des durchfeuchteten Bereichs abbildet.
Deshalb legen wir Flachdachthermografien bewusst in die Abendstunden nach einem sonnigen Tag. Das Ergebnis zeigt nicht nur, dass Feuchtigkeit vorhanden ist, sondern auch, wie weit sie sich bereits ausgebreitet hat – die entscheidende Information für die Frage, ob eine Teilsanierung noch ausreicht.
Vorbereitung auf Photovoltaik und Dachbegrünung
Vor der Belegung eines Dachs mit Modulen oder Substrat sind drei Fragen zu klären: Zustand der Abdichtung, nutzbare Fläche und Lage der Aufbauten und Durchdringungen. Aus einer Befliegung lassen sich alle drei beantworten, inklusive eines maßhaltigen Orthofotos, auf dem sich Belegungsvarianten direkt einzeichnen lassen.
Der Zeitpunkt ist wirtschaftlich relevant: Wird eine schadhafte Abdichtung erst nach der Modulmontage entdeckt, kommen Demontage und Wiedermontage zu den Sanierungskosten hinzu.