Dachinspektion mit Drohne

Das Dach ist der am schwersten zugängliche und zugleich schadenanfälligste Teil eines Gebäudes. Eine Befliegung liefert in kurzer Zeit ein lückenloses Abbild der gesamten Fläche.

Steildach, Flachdach, Industriehalle oder denkmalgeschützte Bausubstanz: Die Aufnahme erfolgt berührungslos, damit weder Dachhaut noch Abdichtung belastet werden.

Detailaufnahme einer Gebäudehülle mit erkennbarem Schadensbild aus der Drohnenperspektive

Typische Anlässe

  • Schadenaufnahme nach Sturm oder Hagel für die Versicherung
  • Zustandsprüfung vor Neueindeckung oder Aufsparrendämmung
  • Prüfung von Flachdachabdichtung und Entwässerung
  • Vorabklärung der Eignung für eine Photovoltaikanlage
  • Wiederkehrende Kontrolle großer Hallendächer

Steildach, Flachdach, Hallendach – drei unterschiedliche Aufgaben

Beim Steildach liegt der Fokus auf der Deckung und den Anschlüssen: verschobene oder gebrochene Ziegel, schadhafte Kehlen, undichte Verwahrungen an Schornstein und Gaube. Die Aufnahme erfolgt schräg von oben, sodass auch die Unterkante der Deckung und die Traufe beurteilbar bleiben.

Beim Flachdach steht die Abdichtung im Vordergrund. Blasen, offene Nähte, mechanische Beschädigungen und vor allem stehendes Wasser sind aus der Luft eindeutig erkennbar, weil die gesamte Fläche in einem Bild liegt. Bei Hallendächern kommt die schiere Größe hinzu: Flächen, die zu Fuß nur mit erheblichem Sicherungsaufwand begehbar sind, werden im Rasterflug in kurzer Zeit vollständig erfasst.

Feuchtesuche im Dachaufbau

Durchfeuchtete Dämmung speichert Wärme länger als trockene. Nach Sonnenuntergang kühlen trockene Bereiche schneller ab, feuchte bleiben länger warm – im Wärmebild entsteht ein charakteristisches Muster, das die Ausdehnung des durchfeuchteten Bereichs abbildet.

Deshalb legen wir Flachdachthermografien bewusst in die Abendstunden nach einem sonnigen Tag. Das Ergebnis zeigt nicht nur, dass Feuchtigkeit vorhanden ist, sondern auch, wie weit sie sich bereits ausgebreitet hat – die entscheidende Information für die Frage, ob eine Teilsanierung noch ausreicht.

Vorbereitung auf Photovoltaik und Dachbegrünung

Vor der Belegung eines Dachs mit Modulen oder Substrat sind drei Fragen zu klären: Zustand der Abdichtung, nutzbare Fläche und Lage der Aufbauten und Durchdringungen. Aus einer Befliegung lassen sich alle drei beantworten, inklusive eines maßhaltigen Orthofotos, auf dem sich Belegungsvarianten direkt einzeichnen lassen.

Der Zeitpunkt ist wirtschaftlich relevant: Wird eine schadhafte Abdichtung erst nach der Modulmontage entdeckt, kommen Demontage und Wiedermontage zu den Sanierungskosten hinzu.

Technik und Verfahren

Rasterflug mit Überlappung
Lückenlose Abdeckung der gesamten Dachfläche, Grundlage für Orthofoto und Flächenmaß.
Detailanflüge
Gezielte Nahaufnahmen an Anschlüssen, Durchdringungen und Schadstellen.
Thermografie am Abend
Auskühlverhalten als Indikator für durchfeuchtete Dämmbereiche.
Photogrammetrische Auswertung
Maßhaltige Draufsicht mit Flächenangaben je Dachfeld.

Was erkannt wird

Deckung
Verschobene, gerissene oder fehlende Ziegel und Platten.
Anschlüsse
Kehlen, Ortgang, Traufe, Schornsteinanschluss und Verwahrungen.
Flachdach
Blasenbildung, stehendes Wasser, schadhafte Nähte und verstopfte Abläufe.
Feuchtigkeit
Thermografisch erkennbare durchfeuchtete Dämmbereiche im Aufbau.

Ablauf

  1. 01

    Planung

    Dachform, Höhe und Luftraum prüfen, Flugfenster festlegen.

  2. 02

    Rasterflug

    Überlappende Aufnahmen der gesamten Fläche, ergänzt um Detailanflüge.

  3. 03

    Auswertung

    Befunde je Dachfeld markiert und mit Position beschrieben.

  4. 04

    Bericht

    Bildbericht, optional mit Orthofoto der Dachfläche und Flächenmaßen.

Ergebnis

  • Bildbericht mit markierten Schadstellen
  • Optional Orthofoto der Dachfläche mit Flächenangabe
  • Optional thermografische Feuchteindikation im Flachdachaufbau
  • Bildmaterial in voller Auflösung zur Weitergabe

Randbedingungen

  • Trockene Dachfläche für aussagekräftige Thermografie
  • Flachdachthermografie idealerweise nach Sonnenuntergang
  • Bei Industriehallen Abstimmung mit dem Betriebsablauf

Vorteile gegenüber konventionellen Verfahren

Keine Belastung der Dachhaut

Berührungslose Aufnahme, besonders relevant bei Bitumen- und Folienabdichtungen.

Kein Absturzrisiko

Es muss niemand auf das Dach – weder Prüfer noch Handwerker zur Vorabbesichtigung.

Große Flächen in kurzer Zeit

Auch mehrere tausend Quadratmeter Hallendach sind an einem Termin erfassbar.

Was den Aufwand bestimmt

Wir kalkulieren objektbezogen. Diese Punkte beeinflussen den Umfang und damit den Preis:

  • Dachfläche in Quadratmetern und Anzahl der Dachfelder
  • Dachform: Steildach mit vielen Anschlüssen aufwendiger als offenes Flachdach
  • Zusatzleistungen wie Orthofoto, Flächenaufmaß oder Feuchtethermografie
  • Termin am Tag oder in der Abenddämmerung für Thermografie
  • Betriebsabstimmung bei Industriedächern

Einsatzgebiet

Wohn- und Gewerbedächer betreuen wir vorrangig in Dresden, Meißen und im Umland; für Hallen- und Logistikdächer sind wir in ganz Sachsen unterwegs, unter anderem im Raum Leipzig, Chemnitz und Görlitz.

Häufige Fragen

Kann die Dachfläche vermessen werden?

Ja. Aus den Bilddaten erzeugen wir ein maßhaltiges Orthofoto, aus dem sich Flächen für Eindeckung, Dämmung oder Modulbelegung ableiten lassen.

Erkennt die Drohne auch Undichtigkeiten?

Feuchte Bereiche im Dachaufbau speichern Wärme anders als trockene. Diese Unterschiede werden thermografisch sichtbar und geben einen belastbaren Hinweis auf die Eintrittsstelle.

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