Drohnenvermessung und 3D-Modelle

Aus überlappenden Luftbildern entsteht ein maßhaltiges digitales Abbild der Realität. Flächen, Höhen, Volumen und Abstände lassen sich daraus direkt ableiten – ohne dass jemand das Gelände betreten muss.

Je nach Anforderung arbeiten wir mit Passpunkten oder RTK-gestützter Positionierung, um die geforderte Lage- und Höhengenauigkeit zu erreichen.

Gebäude, das zur Hälfte als Foto und zur Hälfte als digitales 3D-Drahtgittermodell dargestellt ist

Typische Anlässe

  • Bestandsaufnahme von Grundstücken, Höfen und Betriebsflächen
  • Massenermittlung von Halden, Aushub und Schüttgut
  • 3D-Modelle von Gebäuden als Planungsgrundlage
  • Orthofotos für Flächenberechnung und Belegungsplanung
  • Feld- und Bestandsanalysen in der Landwirtschaft

Photogrammetrie in der Praxis

Photogrammetrie rekonstruiert dreidimensionale Geometrie aus überlappenden Fotos. Wird ein Punkt in ausreichend vielen Bildern aus unterschiedlichen Blickwinkeln gesehen, lässt sich seine Lage im Raum berechnen. Aus tausenden solcher Punkte entsteht eine dichte Punktwolke und daraus Orthofoto, Höhenmodell und Mesh.

Der entscheidende Qualitätsfaktor ist die Aufnahmeplanung: Überlappung, Flughöhe und Kamerawinkel bestimmen, wie gut die Rekonstruktion wird. Zu wenig Überlappung erzeugt Löcher, eine zu große Flughöhe begrenzt die Auflösung, fehlende Schrägaufnahmen führen zu verzerrten Fassaden im Modell.

Genauigkeit und Referenzierung

Ohne Referenz ist ein photogrammetrisches Modell zwar in sich stimmig, aber nicht korrekt verortet. Wir arbeiten deshalb entweder mit eingemessenen Passpunkten im Gelände oder mit RTK-gestützter Positionsbestimmung der Drohne. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der geforderten Genauigkeit und von der Frage ab, ob absolute Lagegenauigkeit oder nur relative Maßhaltigkeit benötigt wird.

Unabhängig davon setzen wir zusätzliche Kontrollpunkte, die nicht in die Berechnung eingehen. An ihnen wird die tatsächlich erreichte Abweichung geprüft und im Genauigkeitsnachweis dokumentiert – so ist die Datenqualität belegt und nicht nur behauptet.

Massenermittlung und Bestandsaufnahme

Für Halden, Aushub und Schüttgut ist die Befliegung die schnellste Form der Massenermittlung. Zwei Aufnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ergeben die Volumendifferenz, ohne dass jemand die Halde begehen muss – sicherheitstechnisch ein klarer Vorteil gegenüber der händischen Aufnahme.

Bei Bestandsaufnahmen von Grundstücken, Höfen und Betriebsflächen ersetzt das Orthofoto häufig die veraltete Bestandsplanung. Es zeigt den tatsächlichen Zustand mit allen Nachrüstungen und Anbauten, die in keinem Plan verzeichnet sind.

Technik und Verfahren

Rasterflug mit Schrägbildern
Kombination aus Nadir- und Schrägaufnahmen für vollständige Geometrie.
Passpunkte oder RTK
Georeferenzierung passend zur geforderten Lage- und Höhengenauigkeit.
Kontrollpunkte
Unabhängige Prüfung der erreichten Genauigkeit, dokumentiert im Bericht.
Offene Ausgabeformate
GeoTIFF, LAS/LAZ, OBJ und DXF für CAD-, GIS- und BIM-Workflows.

Was erkannt wird

Orthofoto
Verzerrungsfreie, maßstäbliche Draufsicht des gesamten Gebiets.
Höhenmodell
Digitales Gelände- und Oberflächenmodell für Gefälle und Höhenlinien.
Punktwolke
Dichte 3D-Punktwolke für Weiterverarbeitung in CAD und BIM.
Volumen
Berechnung von Auftrag und Abtrag zwischen zwei Aufnahmezeitpunkten.

Ablauf

  1. 01

    Zieldefinition

    Erforderliche Genauigkeit, Ausgabeformate und Koordinatensystem klären.

  2. 02

    Passpunkte

    Bei Bedarf Einmessung von Passpunkten zur Georeferenzierung.

  3. 03

    Bildflug

    Automatisierter Rasterflug mit definierter Überlappung, ergänzt um Schrägaufnahmen.

  4. 04

    Prozessierung

    Photogrammetrische Auswertung und Export in das Zielformat.

Ergebnis

  • Georeferenziertes Orthofoto (GeoTIFF)
  • Digitales Oberflächen- und Geländemodell
  • Punktwolke (LAS/LAZ) und texturiertes Mesh
  • Flächen-, Längen- und Volumenauswertungen
  • Genauigkeitsnachweis über Kontrollpunkte

Randbedingungen

  • Diffuses Licht oder gleichmäßige Beleuchtung für saubere Texturen
  • Wasserflächen und stark spiegelnde Oberflächen sind eingeschränkt erfassbar
  • Vegetation begrenzt die Erfassung des darunterliegenden Geländes

Vorteile gegenüber konventionellen Verfahren

Schnell erfasst

Große Flächen in Stunden statt Tagen, ohne Begehung des Geländes.

Nachträglich auswertbar

Neue Fragen lassen sich am vorhandenen Datensatz beantworten, ohne erneut zu fliegen.

Sicherheit

Kein Betreten von Halden, Böschungen oder Betriebsflächen im laufenden Verkehr.

Was den Aufwand bestimmt

Wir kalkulieren objektbezogen. Diese Punkte beeinflussen den Umfang und damit den Preis:

  • Größe und Zuschnitt des Erfassungsgebiets
  • Geforderte Genauigkeit und Aufwand für Passpunkte
  • Anzahl und Art der Ausgabeprodukte
  • Vegetation und Geländestruktur, die zusätzliche Flugblöcke erfordern
  • Wiederholungsbefliegungen für Volumenvergleiche

Einsatzgebiet

Vermessungsflüge führen wir in Dresden, Meißen und ganz Sachsen durch – von Baugrundstücken und Betriebshöfen bis zu Abbauflächen und landwirtschaftlichen Schlägen. Das Zielkoordinatensystem, üblicherweise ETRS89 / UTM33, stimmen wir vorab mit Ihrem Planungsbüro ab.

Häufige Missverständnisse

Annahme

Drohnenvermessung ersetzt den Vermessungsingenieur.

Tatsächlich

Für amtliche Vermessungen bleibt der öffentlich bestellte Vermessungsingenieur zuständig. Für Planung, Aufmaß und Massen liefert die Photogrammetrie die Datengrundlage.

Annahme

Ein 3D-Modell zeigt auch das Gelände unter Bäumen.

Tatsächlich

Photogrammetrie erfasst nur Sichtbares. Unter dichter Vegetation bleibt das Geländemodell unvollständig.

Häufige Fragen

Welche Genauigkeit ist erreichbar?

Mit eingemessenen Passpunkten und angepasster Flughöhe sind Lagegenauigkeiten im niedrigen Zentimeterbereich üblich. Die konkret erreichbare Genauigkeit hängt von Objekt, Flughöhe und Referenzierung ab und wird vorab festgelegt.

In welchen Formaten wird geliefert?

Üblich sind GeoTIFF, LAS/LAZ, OBJ und DXF. Das Zielkoordinatensystem – etwa ETRS89 / UTM33 – stimmen wir vorher ab.

Ersetzt das einen Vermessungsingenieur?

Für amtliche Vermessungen ist ein öffentlich bestellter Vermessungsingenieur zuständig. Für Planung, Massenermittlung und Bestandsaufnahme liefert die Photogrammetrie eine schnelle und wirtschaftliche Datengrundlage.

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