Photogrammetrie in der Praxis
Photogrammetrie rekonstruiert dreidimensionale Geometrie aus überlappenden Fotos. Wird ein Punkt in ausreichend vielen Bildern aus unterschiedlichen Blickwinkeln gesehen, lässt sich seine Lage im Raum berechnen. Aus tausenden solcher Punkte entsteht eine dichte Punktwolke und daraus Orthofoto, Höhenmodell und Mesh.
Der entscheidende Qualitätsfaktor ist die Aufnahmeplanung: Überlappung, Flughöhe und Kamerawinkel bestimmen, wie gut die Rekonstruktion wird. Zu wenig Überlappung erzeugt Löcher, eine zu große Flughöhe begrenzt die Auflösung, fehlende Schrägaufnahmen führen zu verzerrten Fassaden im Modell.
Genauigkeit und Referenzierung
Ohne Referenz ist ein photogrammetrisches Modell zwar in sich stimmig, aber nicht korrekt verortet. Wir arbeiten deshalb entweder mit eingemessenen Passpunkten im Gelände oder mit RTK-gestützter Positionsbestimmung der Drohne. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der geforderten Genauigkeit und von der Frage ab, ob absolute Lagegenauigkeit oder nur relative Maßhaltigkeit benötigt wird.
Unabhängig davon setzen wir zusätzliche Kontrollpunkte, die nicht in die Berechnung eingehen. An ihnen wird die tatsächlich erreichte Abweichung geprüft und im Genauigkeitsnachweis dokumentiert – so ist die Datenqualität belegt und nicht nur behauptet.
Massenermittlung und Bestandsaufnahme
Für Halden, Aushub und Schüttgut ist die Befliegung die schnellste Form der Massenermittlung. Zwei Aufnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ergeben die Volumendifferenz, ohne dass jemand die Halde begehen muss – sicherheitstechnisch ein klarer Vorteil gegenüber der händischen Aufnahme.
Bei Bestandsaufnahmen von Grundstücken, Höfen und Betriebsflächen ersetzt das Orthofoto häufig die veraltete Bestandsplanung. Es zeigt den tatsächlichen Zustand mit allen Nachrüstungen und Anbauten, die in keinem Plan verzeichnet sind.